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das kleine symposion 2020 – metamorphose

das kleine symposion 2020

Metamorphose

22.-24. Oktober 2020

 â€žMETAMORPHOSE“ meint Umgestaltung und ist somit Bewegung, Wandel, Anpassung – der Zustand zwischen Alt und Neu, schlicht: das Werdende. Obwohl schon tausende Jahre alt wird dieser Begriff niemals an Aktualität verlieren.

Das Ensemble snim arbeitet im Laufe des Jahres 2020 an Improvisationen und Improvisationskonzepten sowie an ausgewählten neuen Kompositionen. In einem internationalen call wurden Komponist*innen aufgefordert uns ihre Ideen zu schicken. Die ausgewählten Werke sowie Improvisationskonzepte werden im Rahmen des dreitägigen Festivals „das kleine symposion“ präsentiert.

Begleitend zu den Konzerten gibt es eine Ausstellung der Partituren, die zum Reflektieren und zu Diskussionen anregen sollen. Das Publikum hat außerdem die Möglichkeit sich mit Musiker*innen und Komponist*innen in ungezwungener Atmosphäre über das Gehörte und Gesehene auszutauschen. Zudem gibt es noch spezielle Werkeinführungen zu einzelnen Kompositionen.

Mitwirkende des snim-Ensembles:

Gobi Drab, Katrin Hauk, Reni Weichselbaum – Blockflöten | Theresa Dinkhauser – Klarinette | Meike Melinz, Gabriele Teufner – Flöte | Gloria Damijan – Klavier, Toy-Piano | Manon Bancsich – Klavier | Klaus Haidl, Bernhard Schöberl – Gitarre | Laura Pudelek, Maiken Beer – Violoncello | Thomas Stempkowski- Kontrabass | Angela Stummer-Stempkowski Harfe | Veronika Mayer – Elektronik | Michael Zacherl – scivolo

Donnerstag, 22.10.2020:

Alexis Porfiriadis (GR):

Collective thoughts, fĂĽr freie Besetzung.

„Collective Thoughts for a group of people (2014) is a score consisting of 49 verbally and 49 graphically instructed procedures for sound production. Performers (at least three persons) are invited to make a group realization of the composition using any amount of this material.

The order of procedures and their respective timings should be decided collectively prior to the performance. All decisions about how to structure and perform the piece should be made collectively (not by one individual), through a process of conversation and rehearsal.”

Angela Flam (A) und Gabriele Teufner (A):

Entschwunden in eine verborgene Welt, für 2 Sprecherinnen und 2 Flöten. UA

„Zuerst hat sie den SchlĂĽssel verlegt. Jetzt wohnen Banditen in ihrem Haar und aus dem Spiegel spricht eine Fremde zu ihr. Die Demenz löscht einzelne Wörter und verwandelt ganze Lebensabschnitte. Manche Erinnerungen verblassen, andere verselbständigen sich und werden zu ĂĽbermächtigen Ungeheuern. Der Verlust geistiger Funktionen geht mit dem Verlust sprachlicher Fähigkeiten einher. Unaufhörlich kreisen die immer gleichen Gedankengänge im Prozess des Loslassens, was letztendlich das letzte Loslassen meint – eine Metamorphose der Transzendenz –… eine musikalisch-lyrische Choreographie in schleichend fortschreitender Verwirrung, die aufzeigt, wie sich das eigene Ich mehr und mehr entfremdet. Gefangen in einer Endlosschleife wiederholen sich Sätze, Wörter und Silben in verstörender Rhythmik. Gabriele Teufners Komposition greift die Stimmung sowie die Rhythmik des Textes der oberösterreichischen Autorin Angela Flam auf. Text und Musik werden so ins engste verwoben. Die Erinnerung an einst inspirierende Klänge und letztlich an den Klang des eigenen Selbst wird im Laufe des StĂĽckes immer diffuser. Flams Text gewann 2013 einen Preis im Rahmen des Lyrikwettbewerbs „Ö1 hautnah“.

Gefördert von der Stadt Wien Kultur

Lina Tonia (GR): Onirodrama III, fĂĽr Gitarre und Cello. UA

“The work Onirodrama III is based on the work of the Swedish playwright, August Strindberg (A Dream Play – 1901) where 4 actors embody 35 roles of a dreamset of images, sounds, musical shapes, voices, roles and improvisations creating an aesthetic alloy of memories, places, subconscious voices and emotions sometimes heavenly and sometimes cocky. On the piece the 4 actors are appearing on the double character of two instruments – cello and guitar – where the first character would be the natural playing including the extraordinary techniques of them and the second character would be the use like “percussive” instruments with several techniques. In this way we will always have a “metamorphosis” of characters and sounds. The “faces” are born travelling, changing, and deformed on the bases of the dreamlike images of Strindberg, through which Agni moves into worlds sometimes cosmogenic, sometimes absurd and dark, sometimes futuristic and dystopian. There are small climaxes which move the way of changing roles from one part to another.“

fĂĽr Reka:

Improvisationen in Gedenken an Reka Kutas.

Freitag, 23.10.2020

Tamara Friebel (A): Into the Waterfall, für Gesang, Elektronik, Blockflöte und Cello. UA

“Following the audible dense structures of water as they appear walking up a mountain stream path toward a waterfall source, you hear different layers of white and coloured noise, which we read in this project as an idea to explore the potential of creating a tabula rasa. Approaching the waterfall, we need to be bathed in its harmonic spectrum, in order for the water to cleanse our mind. From this density, we will begin to gently pull thin threads of sound from our body of material, allowing a sonic metamorphosis to happen. Juxtaposing the Paetzold, recorders and cello with vocal transitions matching the sound spectrum of the water, we will create a tryptich exploring both Mongolia and Greece from where the sound sources originate. We will take the audience into the waterfall of one’s mind.”

This composition was supported by the Mathematics & Art Unconventional Research Project at Karl Franzens University.

Thomas Stempkowski (A): Moebius 2, fĂĽr Cello und Kontrabass. UA

„Das Leben selbst unterliegt verschiedener Metamorphosen. Das Wort Metamorphose steht dabei für einen Moment komplexer Verwandlung, für einen Moment des Gestaltwechsels und evolutionärer Anpassung. Thomas Stempkowskis neuestes Werk mit dem Titel Moebius 2, geschrieben für präpariertes bis unpräpariertes Violoncello und unpräparierten bis präparierten Kontrabass, stellt genau diese Vorgänge auf musikalischem Weg dar. Ziel der etwa fünfminütigen Komposition ist einem Publikum das gesamte Klangspektrum der beiden Streichinstrumente darzubieten. Da die zwei Instrumente gegensätzlich agieren, stehen sich klare Töne und Geräusche gegenüber. Sie treffen sich im Flageolettklang und driften dann wieder auseinander. Es entsteht eine komplexe Bipolarität zweier Metamorphosen, die gewissermaßen gegengleich verlaufen. Das Stück Moebius 2 ist eine spannende Reise durch sämtliche Klangwelten des tieferen Registers von Cello und Kontrabass.“

Judith Unterpertinger (A): das Ungleiche im Gleichen, für 2 Blockflöten und 2 Celli. UA

„Die grafische Komposition folgt einer losen Assoziationskette basierend auf Fotografien, die im Zuge einer Artist in Residence 2018 in Südkorea entstanden sind.“

Improvisationen von snim:

Mit Gastimprovisatorin Tahereh Nourani und unserem neuesten Mitglied – Harfenistin Angela Stummer-Stempkowski.

Samstag, 24.10.2020:

Rodrigo Barriga (MX/USA): Quartet, fĂĽr freie Besetzung.

„Quartet is an open instrumentation, guided improvisation piece which gives performers freedom as much as it conditions their individual actions to those of the other players. Performers must always listen carefully and be ready to act on cue. Moments will continue, be developed, or be sabotaged on a collective basis.”

GĂĽnther Fiala (A) und Florian Wiencek (D/A): Panta Rhei, fĂĽr E-Gitarre, Klavier, Cello, Elektronik und scivolo. UA

„Die Komposition ist inspiriert durch die Philosophie von Ausgleich und Veränderung. Es reflektiert das Streben innerhalb der Natur – und so auch des Menschen – nach Gleichgewicht und Harmonie als einen Idealzustand, der aber nie erreicht werden kann. In diesem Musikstück sind es die Musiker*innen selbst, die sich in der Improvisation auf Basis von Klangmaterial und grafischem Input ständig gegenseitig beeinflussen. Sie bewegen sich auf der Suche nach einem fragilen Gleichgewicht innerhalb des Ensembles in einer durch die Komposition und das Regelwerk geschaffenen Klangwelt, die sich durch ihre Interaktionen formt und verändert. Sie kommen zusammen mit elektronischen Agenten und mit dem Raum selbst, die Impulse in den klanglichen Multilog geben und auf unerwartete Weise in das Zusammenspiel eingreifen.“

Panta Rhei ist ein Kompositionsauftrag des Landes Niederösterreich. Gefördert von der Stadt Wien Kultur

Xavier Shuang Xu (CN): Silica, fĂĽr Klavier.

“The music is based on one hexatone pitch class set 6-9 [012357]. It starts from a highly condensed phase in the middle of the piano register and spreads out, as if being heated up and melting, to the entire keyboard. The underlying motifs are the trying-to-be lyrical lines in three voices: the emphasized notes, the top and the bottom. As the tonal material develops by certain rules derived from classical harmonic progressions, the original set needs to be manipulated at times, thus creating new tones while retaining the same pitch class. After six cycles, all the six sets in the first cycle are transformed and thereby all twelve base positions of the pitch class have been exhausted. The metamorphosis of the music elements is metaphorical of that of silica and the cycles hint the different phases of the crystal.”

Laura Pudelek: Wolke (fĂĽr RĂ©ka)

Improvisationen von snim:

Mit Florian Wiencek, Elektronik

das kleine symposion 2020 wird unterstĂĽtzt von: